Geschichte

Die Chronik der Parochie Markgrafpieske

Das Buch vom Pastor David Lange aus dem Jahr 1886 beschreibt hauptsächlich die Geschichte vieler Gemeinden im heutigen Amt Spreenhagen. Bis etwa 1750 gehörte Wernsdorf aber auch zum Pfarrbezirk Markgrafpieske, d.h. der Pastor war auch für Wernsdorf zuständig und deshalb stehen auch viele Informationen über unser Dorf in diesem Buch. Es ist zur Zeit u.a. beim Bäcker Schmidt in Wernsdorf sowie im Amt Spreenhagen und im Stadtmuseum Fürstenwalde in einer überarbeiteten Version zum Preis von 12,50 Euro zu erwerben.

Wernsdorf und Ziegenhals in historischen Ansichten

In diesem Buch wurde eine Sammlung von alten Postkarten zusammengetragen.
Es kann in Wernsdorf unter anderem beim Bäcker Schmidt und in einigen Gaststätten zum Preis von 22,50 Euro erworben werden

Einst & Jetzt

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse basierend auf dem Buch "Einst und Jetzt" von Dr. P. Janz, erschienen im Jahr 2005. Die nachfolgende Darstellung gibt die Ansichten des Autors wieder und wurde für die Webseite an einigen Stellen gekürzt. Der Heimatverein als Betreiber der Webseite gibt die Auszüge von Dr. P. Janz ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Einschätzung, ob und inwieweit es sich hierbei um historisch verbürgte Tatsachen handelt, wieder.

Zeit vor 1800

Schon in der mittleren Steinzeit streiften Menschen durch unsere Wald- und Seenreiche Landschaft. Das belegen Funde von Werkzeugen aus Feuerstein, die u.a. auch am Südufer des Krossinsee gemacht wurden. Die Werkzeuge sind etwa 5-6 Tausend Jahre alt. Eine zweite Fundstätte befand sich am Wehlocksberg. Dabei handelt es sich nicht wirklich um einen Berg, sondern um eine sanfte Erhebung, die höchstens 10 Meter über der Umgebung liegt. Zu damaliger Zeit vermutlich eher eine Insel im See, der heute als Naturschutzgebiet Wernsdorfer See bekannt ist. Der Wasserspiegel änderte mit den Jahreszeiten auch den Pegel. Der Kappstrom zwischen Spree und Dahme (heute zwischen Gosen und Neu-Zittau gelegen) passte die beiden Wasserstände aneinander an.
Erste feste Ansiedlungen wurden vermutlich um 1200 gegründet. Wendische Fischer siedelten auch in der weiteren Umgebung, z.B. Cöpenick, Schmöckwitz, Rahnsdorf. Noch heute sind in vielen Namen von Orten oder Familien wendische Ursprünge zu erkennen.
Es gab mal ein Gerücht, nachdem ein Vertrag aus dem Jahr 1318 existiert, in dem es um Besitzrechte links der Spree ging (darin kam Markgrafpieske als Mutterkirche eines Sprengels und 3 Orte: Spreenhagen, Hartmannsdorf und einem nicht namentlich genannten Ort, nach dessen Lage es sich allerdings um Wernsdorf gehandelt haben könnte vor). Deshalb wurde 1318 als Gründungsjahr von Wernsdorf angenommen. [Anmerkung: Allerdings ist man in Hartmannsdorf der Meinung, das erste mal 1510 erwähnt worden zu sein, was nicht zu der ursprünglichen Aussage passt. Auch findet man in der Abschrift beim Goltz diese Orte im Vertrag nicht aufgelistet. Deshalb ist 1318 als angebliches Gründungsjahr von Wernsdorf nicht sinnvoll. Die erste wirkliche Erwähnung von Wernsdorf in der heutigen Schreibweise fand 1460 statt (Historisches Ortslexikon Bd.9)]. Zwischenzeitlich wurde die Schreibweise immer wieder verändert und ist heute wieder wie vor 550 Jahren.
So um das Jahr 1500 herum ist wohl auch die Linde gepflanzt worden, die noch heute neben der Dorfkirche steht. 1573 lebten 84 Einwohner in Wernsdorf, die erste urkundlich belegte Einwohnerzahl.
Zwischen 1645 und 1745 befand sich angeblich auch eine Burg im Wernsdorf. Sie soll sich dort, wo heute der Friedhof ist, befunden haben. Sie diente wohl nicht zur Verteidigung, sondern war ein Herrensitz. [unsere Ortschronistin hat mittlerweile herausgefunden, dass "die Burgk allwo der Heydeläufer wohnet" inzwischen der Ort Burig ist] Wernsdorf gehörte damals erst zur Kirchengemeinde Markgrafpieske. Mit der Gründung von Gosen und Neu-Zittau (1752) wurde 1755 ein neuer Pfarrsprengel gegründet, zu dem dann auch Wernsdorf gehörte.

Zeit zwischen 1800 und 1900

Am Anfang des 19.Jahrhunderts musste eine neue Kirche her. Es ist dieselbe, die noch heute im alten Dorfkern steht, sie wurde 1801 bis 1803 gebaut. Im Jahre 1805 wurde Ziegenhals das erste mal erwähnt. Ziegenhals wurde 1837 nach Wernsdorf eingemeindet. Das älteste Haus vom heutigen Wernsdorf wurde 1834 gebaut. Es handelt sich um die alte Schule. Heute ist dort u.a. das Gemeindeamt untergebracht. Der Friedhof, der auch heute noch benutzt wird, wurde 1845 geweiht. Davor wurde vermutlich an der Dorfkirche beerdigt. Wegen zunehmender Einwohnerzahl und damit auch Kinderzahl wurde 1882 eine zweite Schule gebaut (Niederlehmer Chaussee Ecke Storkower Straße - heute ein Wohnhaus). Am 2.September 1873 wurde beim Zugang zur Dorfkirche an der Dorfstraße eine Eiche gepflanzt. Der Baum soll an die Kapitulation Napoleon des III erinnern. Ein bedeutendes Ereignis fand zum Ende des 19.Jahrhundert statt - der Bau und die Eröffnung des Oder-Spree-Kanal (1887-1890). Vor allem die Schleuse (Eröffnung der Südkammer 1891) war von großer wirtschaftlicher Bedeutung, da die Schiffer hier bei großem Andrang zum Teil mehrere Tage zum Halt gezwungen waren und in Wernsdorf einkaufen mussten/konnten.

Zeit zwischen 1900 und 2000

In dieser Zeit wurden viele der noch heute ansässigen Vereine gegründet. Zu nennen wären da u.a.
1909: die Freiwillige Feuerwehr Wernsdorf
1919: Frankonia Wernsdorf (unter verschiedenen Namen)
1949: die Angelfreunde Krossinsee
1991: der Schützenclub Wernsdorf
1993: der Biker-Club MarkBrothers MC
Die beiden Weltkriege haben auch ihre Spuren hinterlassen. Leider waren die meisten Deutschen im II.Weltkrieg so "clever" nicht nur andere Länder zu zerstören, sondern das eigene Land gleich mit. Sie haben viele Brücken über den Oder-Spree-Kanal weggesprengt, die uns heute viele Wege verkürzen könnten. Bei einer Wanderung am Oder-Spree-Kanal entlang sieht man noch die Überreste. ....
...Es wurden aber auch Brücken gebaut. Bis 1912 musste man eine Fähre benutzen um von Wernsdorf Richtung Schmöckwitz zu fahren. Ab 1912 gab es dann eine Brücke. Der Verkehr in Richtung Neu-Zittau führte damals über die Schleuse. Wegen des zunehmenden Verkehrs wurde vor der Schleuse 1968-1970 eine neue Straßenbrücke gebaut. Seitdem kann man leider nicht mehr über die Schleuse gehen.
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Seit den 1950ern wurde zwischen Wernsdorf und Neu-Zittau eine Mülldeponie betrieben. Sie ist seit 2000 geschlossen und bildet seither eine der höchsten Erhebungen in der Umgebung.
Die Einwohnerzahl bewegte sich während der Zeit etwa zwischen 1000 und 1500 Menschen.